Risikolebensversicherung bei Diabetes Typ 2 – Was Betroffene wissen müssen

RLV mit Diabetes Typ 2 — Das Wichtigste
- Grundsätzlich möglich: Viele Versicherer nehmen gut eingestellte Diabetiker an
- Entscheidend: HbA1c-Wert, Behandlungsdauer, Folgeschäden
- Typischer Aufschlag: 25–100% Risikozuschlag je nach Einstellung
- Tipp: Anonyme Voranfrage über unabhängigen Makler dringend empfohlen
Diabetes Typ 2 ist die häufigste chronische Erkrankung in Deutschland – und beeinflusst die Möglichkeiten beim Abschluss einer Risikolebensversicherung. Aber: Eine Ablehnung ist nicht automatisch. Mit dem richtigen Vorgehen und dem richtigen Versicherer ist Absicherung möglich.
Diabetes Typ 2 und Risikolebensversicherung: Was Versicherer prüfen

Versicherer beurteilen das individuelle Risiko bei Diabetes anhand mehrerer Faktoren:
- HbA1c-Wert: Langzeit-Blutzuckerwert – je niedriger (unter 7%), desto besser die Chancen
- Behandlungsform: Diät/Tabletten günstiger bewertet als Insulintherapie
- Diagnosezeitpunkt: Kürzere Erkrankungsdauer oft besser eingestuft
- Folgeschäden: Neuropathie, Retinopathie, Nephropathie erhöhen das Risiko deutlich
- Allgemeiner Gesundheitszustand: BMI, Blutdruck, kardiovaskuläre Risikofaktoren
Welche Versicherer akzeptieren Diabetiker?
| Versicherer | Akzeptanz | Typischer Zuschlag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Dialog | Häufig möglich | 25–75% | Flexibles Underwriting |
| Allianz | Möglich | 50–100% | Individuelle Prüfung |
| Zurich | Möglich | 50–100% | Internationale Erfahrung |
| Hannoversche | Restriktiver | 75–150% | Standardisiertes Underwriting |
| Cosmos Direkt | Eingeschränkt | Ablehnung möglich | Vereinfachte Prüfung |
Ablauf: So gehen Sie bei Diabetes richtig vor
- Gesundheitsunterlagen sammeln: Aktueller HbA1c-Wert, Diagnosedatum, Medikamentenliste, letzter Arztbericht
- Unabhängigen Makler aufsuchen: Makler können anonyme Voranfragen stellen – ohne HIS-Eintrag
- Mehrere Anbieter prüfen lassen: Verschiedene Versicherer haben sehr unterschiedliche Underwriting-Richtlinien
- Angebot vergleichen: Beitrag mit Zuschlag vs. Normalprämie kalkulieren
- Antrag stellen: Alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten
Was tun bei Ablehnung?
Eine Ablehnung ist nicht das Ende. Mögliche Optionen:
- Anderen Versicherer versuchen: Ablehnungsrichtlinien unterscheiden sich stark
- Niedrigere Versicherungssumme beantragen: Oft sind kleinere Summen leichter versicherbar
- Ausschlussklausel akzeptieren: Vertrag ohne Deckung diabetesbedingter Todesfälle
- Alternative Produkte prüfen: Sterbegeldversicherung, Kreditabsicherungsversicherung
- Gesundheit verbessern: HbA1c-Wert weiter optimieren, Gewicht normalisieren
Checkliste für Diabetiker beim RLV-Abschluss
- ☐ Aktuellen HbA1c-Wert kennen (Ziel: unter 7,5%)
- ☐ Alle Medikamente und Diagnosedaten parat haben
- ☐ Unabhängigen Makler für anonyme Voranfrage nutzen
- ☐ Mindestens 3 Anbieter anonym vergleichen lassen
- ☐ Alle Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten
- ☐ Zuschlagshöhe in die Gesamtkalkulation einbeziehen
Bekomme ich eine Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankung?
Ja, in vielen Fällen schon — aber zu unterschiedlichen Konditionen. Manche Versicherer bieten Risikozuschläge, andere schließen bestimmte Todesursachen aus, wieder andere lehnen den Antrag ab. Wichtig ist ein sorgfältiger Marktvergleich, da jeder Versicherer die Gesundheitsfragen anders bewertet.
Was passiert, wenn ich beim Gesundheitsfragebogen eine Erkrankung verschweige?
Das kann zur Leistungsfreiheit im Ernstfall führen — das heißt, die Hinterbliebenen erhalten kein Geld. Der Versicherer hat das Recht, den Vertrag anzufechten, wenn er bei Antragstellung arglistig getäuscht wurde. Deshalb: Alle Angaben vollständig und wahrheitsgemäß machen.

Wie lange werden Krankheiten im Gesundheitsfragebogen abgefragt?
Je nach Versicherer werden Erkrankungen der letzten 5–10 Jahre abgefragt, bei schwerwiegenden Erkrankungen auch länger. Ambulante Behandlungen, stationäre Aufenthalte und Dauermedikationen werden in der Regel vollständig erfasst. Lesen Sie die Fragen sorgfältig und nennen Sie alle relevanten Diagnosen.
Gibt es Versicherungen ohne Gesundheitsprüfung?
Einige Anbieter bieten vereinfachte Gesundheitsfragen oder Angebote ohne klassische Gesundheitsprüfung — meist aber zu deutlich höheren Prämien und mit geringerer Versicherungssumme. Für Personen mit schwerwiegenden Vorerkrankungen kann das dennoch sinnvoll sein.
Lassen Sie sich von einem unabhängigen Makler beraten oder nutzen Sie unseren Vergleichsrechner als ersten Anhaltspunkt.





